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Chronik der Baugenossenschaft

alter Eingang

Zerbombte Häuser, zerstörte Städte und ein nicht enden wollender Strom von Flüchtlingen - Das ist der Anfang in der Geschichte der Baugenossenschaft für den Stadt- und Landkreis Bamberg.

Bamberg war verhältnismäßig wenig zerstört, doch hat die Zuwanderung von rund 16 000 Heimatvertriebenen und anderen deutschen Volksteilen in diese schöne, von der Natur begünstigte Stadt, die ehemals 50 000 Einwohner zählte, die Wohnungsnot bedenklich steigen lassen.
Das Gebot der Stunde lautete zu dieser Zeit also "Bauen, bauen und nochmals bauen". Derjenige, der diese Aufgabe angepackt hat, hieß Bernhard Kirsch.

Am 9. September 1949 wurde in der Gaststätte "Maiselbräu" in Bamberg die Baugenossenschaft" gegründet. Damit gab es sieben gemeinnützige Wohnungsunternehmen in Bamberg. Zum ersten Aufsichtsratvorsitzenden wählte die Versammlung Herbert Riedel.

Zur provisorischen Geschäftsstelle wurde das "Alte Rathaus Geyerswörth". Nur ganze zwei Monate sind zwischen der Gründung des Unternehmens und der ersten Grundsteinlegung vergangen: Schon am 16.11.1949 wurde mit dem Bau des ersten Hauses, Amalienstraße 23, begonnen. Das Richtfest für das Neun-Familien-Haus mit Mansardenwohnungen wurde am 22. Februar 1950 gefeiert. Dieses wurde im Jahre 2005 wieder abgebrochen und durch einen Neubau mit 39 Eigentumswohnungen (Ottostraße) sowie mit 35 Mietwohnungen (Amalienstraße) ersetzt.

Nach dem Bau des ersten Anwesens wurde nun in rascher Folge weitergebaut. In Rekordzeit entstanden Mietwohnungen im Bereich Heinrichsdamm, Sodenstraße und Claviusstraße. Diese 132 Wohnungen wurden in den Jahren 2009 bis 2012 umfassend modernisiert.

wappenbaum
Als besonderen Vertrauensbeweis wertete es die Baugenossenschaft damals, daß sie am 17. März 1951 den Auftrag erhielt, als Bauträger zehn Zweifamilienhäuser für Kriegsblinde zu errichten. Diese entstanden am Eichelberger Weg, am Holzfeldweg, in der Himmelreich- und in der Würzburger Straße. Die Bilanz nach zehn Jahren: Insgesamt wurden in 104 Häusern 827 Wohnungen gebaut.

Zwischen 1960 und 1990 waren die Zeit weiterer großer Baumaßnahmen in der Stadt Bamberg, die nicht nur den immer noch dringend benötigten Wohnraum schufen, sondern die auch das Stadtbild deutlich prägten. Als markantes Beispiel dafür darf das Haus Kunigundendamm 76/77 gelten, das mit 80 Wohnungen damals größte Wohnhaus der Stadt. In der Gerhardt-Hauptmann- und Sudetenstraße wurden in diesem Zeitraum weitere 30 Wohneinheiten gebaut. 72 Wohnungen entstanden in der Hegelstraße 63 bis 79, 36 Wohnungen in der Moosstraße 96, 60 Wohneinheiten in der Siemensstraße 33, weitere 84 bis 88, 105 Wohnungen in der Hans-Böckler-Straße 15/17 sowie 2 bis 14a. Die letzte Baumaßnahme im sozialen Wohnungsbau waren die 1992 fertiggestellten Häuser Lobenhofferstraße 13a bis 19a mit noch einmal 32 Wohneinheiten.

Ein halbes Jahrhundert später war der Wohnungsmarkt in Bamberg weitestgehend gesättigt. Sodann konzentrierte sich die Baugenossenschaft in dieser Zeit und in den nachfolgenden Jahren vorwiegend auf die Sanierung des Altbestandes. Hunderte von Wohnungen wurden den modernen Anforderungen an Wohnkomfort angepasst. Mit dem Einbau neuer Heizungen, neuer Bäder, neuer Fenster. Im Jahre 1997 ist die Heizung des Wohnhauses Kunigundendamm 76 / 77 von Erdöl auf Erdgas umgestellt worden. Für 1999 bzw. später wurde die gleiche Umstellung für die Wohnanlagen Moosstraße 84 bis 88 mit insgesamt 48 Wohneinheiten und Hans-Böckler-Straße 15/17 mit 25 Wohneinheiten vorgenommen.

Die Baugenossenschaft hat sich mit ihrer Wohnungsbau- und Geschäftspolitik den jeweiligen Gegebenheiten rechtzeitig angepaßt. 1980 nahm die Baugenossenschaft das Bauträgergeschäft auf. Die ersten Eigenheime an der Adam-Stegerwald-Straße und an der Hubertusstraße entstanden. Zwei weitere Eigentumswohnanlagen entstanden in der Adolf-Kolping- und in der Friedrich-Ebert-Straße. Alle Wohneinheiten wurden verkauft. Ein weiterer Einschnitt kam im Jahre 1990, mit dem das Wohnungsgemeinnützigkeitsgesetz ersatzlos gestrichen wurde. Ab 1. Januar 1991 galt die volle Steuerpflicht. Die Baugenossenschaft erhielt mit Wirkung vom 1. Januar 1994 den Status eines Gewerbebetriebes nach § 34c GewO.

Neben dem Bauträgergeschäft wurde auch ein großer Wert auf den Erhalt und die Verbesserung der Bestandswohnungen gelegt. Bis einschließlich 2012 wurden diese durch Modernisierungen mit Mitteln aus dem KfW- sowie Bayerischen Modernisierungsprogramm aufgewertet.

Ebenso wurde die Technische Abteilung der Baugenossenschaft ab dem 01.04.2000 stetig erweitert.

Ganze 70 Jahre alt ist die Baugenossenschaft für den Stadt- und Landkreis Bamberg e.G.. Fast 50 Jahre stand ein Mann in ihren Diensten - Günter Kunz. 28 Jahre war er Geschäftsführer. Günter Kunz löste am 1. Januar 1971 den seit der Gründung amtierenden Bernhard Kirsch als Geschäftsführer ab. Damit hat die Baugenossenschaft von ihren Anfängen bis heute tatsächlich nur drei Geschäftsführer an ihrer Spitze erlebt. Alle Anzeichen sprechen dafür, dass sich diese Kontinuität auch in Zukunft fortsetzen wird. Günther Straub hat seit 01.09.1999 das Amt des Geschäftsführers inne. Er war vorher bereits mehr als 20 Jahren in der Wohnungswirtschaft bei der Stadtbau GmbH Bamberg tätig. Bereits im Jahre 2000 wurde Herr Straub in den Vorstand berufen. Ein Wechsel der Geschäftsleitung wird voraussichtlich 2021 stattfinden.

Heute befinden sich im Bestand der Baugenossenschaft mehr als 1.800 Wohnungen in ca. 160 Häusern sowie 800 Stellplätze/Garagen und ca. 20 Gewerbeeinheiten. Insgesamt verwaltet die Baugenossenschaft ca. 2.500 Einheiten. Derzeit gehören ihr ungefähr 1.700 Mitglieder an. Weiterhin werden über 20 Eigentümergemeinschaften und einige Fremdverwaltungen, Tendenz steigend, verwaltet. Insgesamt kann festgestellt werden, dass die Baugenossenschaft deren Verwaltungstätigkeit enorm ausgebaut hat.

Unsere Baugenossenschaft hofft auf eine weitere aussichtsreiche Zukunft sowie stetiges Wachstum, vor allem bei der Mietraumschaffung, um auch weiterhin den Grundgedanken der Gemeinnützigkeit aufrecht zu erhalten. Hier hoffen wir auf weitreichende staatliche Wohnungsbauförderungen.